Boris Mikhailov: Kommender Preisträger des ‘SPECTRUM’ Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen
Am 9. Januar 2012 lud das Sprengel Museum Hannover zu einem Pressefrühstück anlässlich der Vorstellung des kommenden Preisträgers des ‘SPECTRUM’ Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen ein.
Der von der Jury nach einer rekordverdächtig kurzen und einmütigen Sitzung bestimmte kommende Preisträger, der ukrainische Fotograf Boris Mikhailov, kam mit seiner Frau und Arbeitspartnerin Vita Mikhailov nach Hannover. Er nahm die Gratulation von Dietrich H. Hoppenstedt, Präsident der Stiftung Niedersachsen, entgegen, dankte in sehr persönlichen Worten für die Ehrung und beantwortete Fragen der Presse. Boris Mikhailov stellte exklusiv in diesem Kreis eine Arbeit vor, die noch im Werden begriffen ist und die sich mit den 1950er-Jahren in der UdSSR, den Jugendjahren des Fotografen, beschäftigt: “Ist es möglich, die Vergangenheit zu fotografieren? … Es gibt keine Bilder für das, was damals geschah. Zum Beispiel in einem wissenschaftlichen Institut, unter ständiger Beobachtung des KGB [Geheimdienst der UdSSR]. … Ist es möglich, diese Lücke im visuellen Gedächtnis zu füllen?” Henning Queren, Neue Presse Hannover, fragte den fotografierenden Chronisten des Zerfalls der UdSSR und seiner Folgen, was denn der Welt verloren gegangen sei mit dem Ende der Sowjetunion. „Opposition” antwortete Mikhailov nach kurzem Überlegen.
29.01.2012 unkommentiert
Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Rita Ostrowskaja
Die Eröffnung der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! am 9. Oktober rückt näher. Jetzt war die deutsch-ukrainische Fotografin Rita Ostrowskaja im Sprengel Museum Hannover, um zusammen mit der Kuratorin Inka Schube letzte Absprachen zur Auswahl ihrer Bilder und deren Hängung zu treffen. Im zukünftigen Ausstellungsraum breiteten beide zunächst ausgewählte Bilder aus Ostrowskajas Foto-Serie ‚Anwesenheit’ auf dem Boden aus. Während die Künstlerin erklärte, in welchem biografischen Kontext die einzelnen Werke stehen, ging Schube von Bild zu Bild, betrachtete mal dieses, mal jenes Werk eingehender, und änderte gelegentlich in Absprache mit der Künstlerin die Reihenfolge der einzelnen Fotografien. Bevor es zum Aussuchen der Bilderrahmen ins Rahmenatelier ging, hat sich Ostrowskaja noch Zeit für ein Interview mit dem PHOTOGRAPHY CALLING!-Blog genommen:
PC!-Blog: Frau Ostrowskaja, bitte erzählen Sie uns, was auf Ihrer Foto-Serie ‚Anwesenheit’ zu sehen ist.
R.O.: Schon seit 1994 fotografiere ich für die Serie ‚Anwesenheit’, die sich für mich in zwei Lebensperioden teilt. Die erste Periode und das Fotografieren selbst umfassen die Zeit von 1994 bis zum September 2001, also bis zu meiner Ausreise aus der Ukraine nach Deutschland und ein kurze Zeit danach. Darunter sind Fotos von meinem Zuhause in Kiew, mit meinem Mann und meinem Sohn, mit Freunden und Bekannten in der Ukraine oder im Ausland aufgenommen, wo ich häufig war. Eine besondere Rolle nehmen die Aufnahmen vom 8. September 2001 ein, dem Abend vor meiner Ausreise aus Kiew. Sie sind wie eine Brücke zwischen dem Leben in der Ukraine und dem in Deutschland. Auch diejenigen, die kurze Zeit später im Wohnheim in Kassel aufgenommen wurden und letztlich auch die Bilder, die in meinem neuen Zuhause in Kassel entstanden sind, sind mir besonders wichtig. Die zweite Periode fängt nach dreijähriger Pause im Jahr 2005 in Kassel an, wo ich derzeit mit meiner Familie lebe.
25.09.2011 unkommentiert




