Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit… Thomas Ruff
In seiner Fotoserie ‚m.a.r.s.’ überrascht der Becher-Schüler Thomas Ruff mit surreal anmutenden Oberflächenstrukturen, deren geheimnisvolle Blasen- und Kraterlandschaften sich erst auf den zweiten Blick als Bearbeitungen realer Satellitenbilder der NASA entpuppen. Bereits 1989 hat der in Düsseldorf lebende Künstler in seiner Bilderserie ‚Sterne’ auf für wissenschaftliche Forschungen entstandenes Fotomaterial – in jenem Fall von der Europäischen Südsternwarte aus aufgenommen – zurückgegriffen und seinen ästhetischen Vorstellungen gemäß in Bildausschnitt und Größe bearbeitet. Im PC!-Interview verrät Ruff, woher seine Begeisterung für den Kosmos stammt und warum seiner Serie ‚m.a.r.s.’ ein Mix aus Realität und Fiktion zu eigen ist.
PC!-Blog: Herr Ruff, In Ihren Arbeiten ‘Cassini’ und ‘m.a.r.s’ beschäftigen Sie sich mit Aufnahmen aus dem Weltraum. Was fasziniert Sie so sehr am All?
T.R: Mich hat der Kosmos schon fasziniert, als ich, keine Ahnung, 10, 12 oder 14 Jahre alt war. Ich hatte ein kleines Teleskop, habe Astronomie-Magazine gelesen. Ich denke, dass jeder an der Astronomie interessiert sein sollte, denn sie kann uns erzählen, wo wir herkommen und wo wir hingehen werden. Als ich mit 19 Jahren mein Examen an der Hight School gemacht hatte, musste ich mich entscheiden, ob ich Astronomie oder Fotografie studieren wollte. Sie sehen, das war echtes Interesse!
17.01.2012 unkommentiert
short cuts: Robert Adams und Thomas Ruff
Als Robert Adams 1968-1971 seine Arbeit “The New West” fotografierte, war die amerikanische Gesellschaft schon tief gespalten: Die Hippies probten den Aufstand, lebten in Kommunen, agierten gegen die bürgerliche Gesellschaft, kritisierten den Krieg in Vietnam und stellten die Industrie und- Konsumgesellschaft massiv in Frage. Auf der anderen Seite gab es das konservative Amerika, patriotische Menschen, die davon überzeugt waren, dass Amerika im fernen Vietnam seine Freiheit verteidigte und dass die wirtschaftliche Vormacht Amerikas die Zukunft bestimmen würde. Diese Menschen waren in der Überzahl und ihre Überzeugungen fußten auf der Familie, der regelmäßigen Arbeit, einem christlichen Glauben und dem Besitz eines eigenen Hauses. Zu dieser Zeit entstanden große Siedlungen von sog. Tract Houses. Häuser, die in einfacher Fertigbauweise errichtet wurden und die es ermöglichten, in kurzer Zeit viele Menschen mit einem Haus, einem Garten und einer Garage auszustatten. Wie der Mythos im Wildwestfilm die Landnahme durch die mutigen und redlichen Siedler beschreibt, wiederholte sich hier derselbe Vorgang. Ewas schneller, standardisiert und mit Krediten finanziert, aber im Kern doch gleich: Die Zivilisation (oder das, was man sich unter ihr vorstellte) eroberte die Wildnis.
Installationsansicht: ‘m.a.r.s.’ von Thomas Ruff
Foto: Michael Herling/Aline Gwose, Sprengel Museum Hannover
13.11.2011 unkommentiert
Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Inka Schube und Thomas Weski
PC!-Blog: Hallo Inka Schube, Sie bereiten gerade gemeinsam mit Thomas Weski die Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! vor, was erwartet die Besucher?
I.S.: Eine Ausstellung, die herausragende Positionen versammelt, wunderbare Bilder, vieles, was hier erstmals gezeigt wird: eine Serie von Nicholas Nixon etwa aus den frühen 1980er Jahren, die in Europa noch nie zu sehen war, und die zeigt, wie fantastisch der Fotograf mit der Großformatkamera umzugehen vermag und wie er über Menschen und die Möglichkeiten ihres Miteinanders zu berichten weiß. Die Aufmerksamkeit, mit der da jemand schaut, ist wirklich erstaunlich. Diesen Fotografien gegenüber hängen Bilder von Tobias Zielony, Arbeiten aus der Serie ‚Trona’, die ca. 30 Jahre später entstanden. Auch hier schaut jemand sehr genau, auch hier erzählt jemand von den Möglichkeiten des Miteinanders, auf völlig andere Weise.
Darf ich noch weiter reden?
PC!-Blog: Ja, nur zu!
I.S.: Von Rineke Dijkstra sind Arbeiten zu sehen, die speziell für diese Ausstellung produziert wurden. Wir sind sehr froh darüber: Erinnern Sie sich an die Bilder von den Müttern kurz nach der Entbindung? Sie entstanden in den frühen 1990er-Jahren. Den Babys, die die jungen Frauen damals in den Armen trugen, kann man in der Ausstellung nun wieder begegnen. Sie schauen, ca. 17 Jahre später, stolz und auch ein bisschen herausfordernd in die Kamera. Dijkstra erzählt auf sehr berührende Weise von Leben und Lebenszeit.
Aber das ist nur einer der vielen Höhepunkte der Ausstellung. Immerhin sind mehr als 400 Werke von 31 Fotografinnen und Fotografen zu sehen, die Projekträume nicht mitgezählt.
© Hans-Peter Feldmann
06.10.2011 unkommentiert
Griff nach den Sternen: Thomas Ruffs Foto-Serie ‘m.a.r.s.’
Mit welchen Mitteln kann man in der Fotografie ferne Planeten abbilden? Und was haben Satelliten-Aufnahmen der NASA mit Kunst zu tun? Im Interview mit Kunstaspekte gewährt der deutsche Fotograf Thomas Ruff Einblicke in seine Arbeitsweise zu seiner Foto-Serie ‘m.a.r.s.’. Ab der Langen Nacht der Fotografie am Samstag, den 08.10.2011, sind Werke daraus in der Austellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover zu sehen.
© Thomas Ruff
02.10.2011 unkommentiert






