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Unterwegs mit John Gossage durch Kalorama


Noch bis einschließlich den 17.06.2012 sind im Raum für Fotoggrafie des Sprengel Museum Hannover die Arbeiten ‘The Thirty-Two Inch Ruler / Map of Babylon’ des amerikanischen Fotografen John Gossage zu sehen. Der amerikanische Journalist Neville Martin hat sich mit dem Künstler auf einen Spaziergang durch das Wohnviertel Kalorama Heights in Washington D.C. begeben, in dem Gossage für seine Serie ‘The Thirty-Two Inch Ruler’ fotografiert hat. Ein Lesetipp.

John Gossage: Ohne Titel, aus: The Thirty-Two Inch Ruler (2008)

26.04.2012   unkommentiert

Thomas Heise: MATERIAL (2009)


Dokumentarfilm, 166 Min., HDCAM/Digital Betacam
sw/Farbe, Projektion von DVD

Wie lässt sich Geschichte erzählen, was bleibt von ihr, an Bildern, Tönen, Erinnerungen, Überlegungen, Fragen? Thomas Heise beschäftigt sich in MATERIAL mit jenem historischen Moment, in dem die Geschichte der sogenannten Systemkonfrontation des 20. Jahrhunderts – der Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Kapitalismus – in dem von der Mauer umgebenen Teil Deutschlands im Herbst 1989 in einer Art Nadelöhr kulminiert. Die Politisierung hat alle Schichten und Gruppen, hat jeden Einzelnen erfasst. Die bis eben noch bis zum Bersten gespannte dünne Haut über den Konflikten und Widersprüchen reißt. Der Staat DDR befindet sich, nach einem langen Nachkrieg, in der Agonie. Wie weiter? 2009 montiert Thomas Heise Szenen aneinander, die zwischen 1988 und 2008 entstanden  Fragmente von aus den verschiedensten Gründen abgebrochenen Projekten, ‚Reste’ früherer Arbeiten und filmische Tagebuchnotizen.

Szene aus 'MATERIAL' (2009) von Thomas Heise

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13.03.2012   unkommentiert

Sperrzonen des öffentlichen Blickes


Nicht erst die Veröffentlichung von Bildmaterial kann für Fotografen rechtliche Konsequenzen haben. Schon der Akt des Fotografierens selbst kann strafbar sein.

”Ich hatte schon immer den Eindruck, dass es nicht um das geht, was man nicht sehen darfst, sondern um das, was man nicht bemerkt. Ich hatte nie Probleme damit, dort zu fotografieren, wo ich wollte, man muss nur ein bisschen einfallsreich sein”, sagt der amerikanische Fotograf John Gossage. In seiner Arbeit D zeigt Gossage unter anderem Aufnahmen aus Kalorama, einem Stadtviertel in Washington D.C., in dem nicht nur Gossage selbst wohnt, sondern in dem auch Donald Rumsfeld, der ehemalige Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, sein Nachbar war. Ein Stadtviertel, dessen Botschaften und teure Privathäuser rund um die Uhr von mindestens drei Polizeidiensten und zusätzlichen privaten Sicherheitsfirmen überwacht wird. Wer hier fotografiert, bleibt sicherlich nicht umbemerkt. Und er sollte sich auskennen mit der Frage, wo fotografiert werden darf und wo nicht. Schließlich hat nicht jeder Fotograf so viel Glück wie John Gossage, der bei seiner Arbeit in Kalorama unbehelligt blieb. Denn es gibt sie tatsächlich, die Sperrzonen des öffentlichen Blickes, die Blindflecken in der fotografischen Registrierung unserer Umgebung. Wie in Amerika, so auch in Deutschland. Nicht immer ist es ein “Fotografieren verboten”-Schild, das den Fotografen am Auslösen seiner Kamera hindert. Doch das Auge des Betrachters wird, von der Öffentlichkeit oftmals unbemerkt, durch gesetzliche Regelungen gelenkt. Nicht nur für Fotografen, egal ob beruflich oder privat, ist es daher bedeutend, die wichtigsten gesetzlich geregelten Bestimmungen zu kennen.

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09.03.2012   unkommentiert

Erstmals in Europa: John Gossage ‘The Thirty-Two Inch Ruler’ und ‘Map of Babylon’ im Sprengel Museum Hannover


L›History Books‹ nennt der 1946 in New York geborene John Gossage seine fotografischen Bücher. In Europa sind es vor allem jene über Berlin zu Zeiten des Kalten Krieges (Stadt des Schwarz. City of Black, 1987, und Berlin in the Time of the Wall, 2004), über die Grenze zwischen den USA und Mexiko (There and Gone, 1997), über die Industrie in Venedig (The Romance Industry, 1998) und das kürzlich neu aufgelegte Werk The Pond (1985 / 2010), die John Gossage bekannt gemacht haben.

Das Sprengel Museum Hannover zeigt in der dritten Einzelausstellung des Fotografen in diesem Haus nun erstmals in Europa Arbeiten aus den Serien The Thirty- Two Inch Ruler und Map of Babylon. Eine Publikation, die beide Serien vorstellt, erschien 2010 im Verlag Steidl.

John Gossage: Ohne Titel, aus: The Thirty-Two Inch Ruler (2008)

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Annette Völckner gefällt dieser Artikel

17.02.2012   Kommentare deaktiviert

John Gossage ab dem 21. Februar im Sprengel Museum Hannover


Am 21. Februar 2012 eröffnet im Sprengel Museum Hannover im Raum für Fotografie die Ausstellung ‘John Gossage. The Thirty-Two Inch Ruler / Map of Babylon’. Um 18.30 Uhr führt die Kuratorin Inka Schube in die Ausstellung ein. Im Anschluss daran findet im Auditorium ein in englischer Sprache geführtes Gespräch mit dem Künstler statt. Noch bis zum 17. Juni 2012 sind die Werke des amerikanischen Fotografen dann im Sprengel Museum Hannover zu sehen.

Wer sich vorab schon einmal mit der Fotografie Gossages beschäftigen möchte, und vielleicht kürzlich Gossages Serie ‘The Pond’ (1985) während der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover gesehen hat, dem sei folgendes Gespräch zwischen dem Fotografen und Toby Jurovics, Kurator am Smithsonian American Art Museum, empfohlen:

‘A Conversation with John Gossage – Smithsonian American Art Museum’.

Ab dem 21. Februar 2012 im Sprengel Museum Hannover: John Gossage: 'The Thirty-Two Inch Ruler' (2008)

Ab dem 21. Februar 2012 im Sprengel Museum Hannover: John Gossage: 'The Thirty-Two Inch Ruler' (2008)

05.02.2012   unkommentiert

Boris Mikhailov: Kommender Preisträger des ‘SPECTRUM’ Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen


Am 9. Januar 2012 lud das Sprengel Museum Hannover zu einem Pressefrühstück anlässlich der Vorstellung des kommenden Preisträgers des ‘SPECTRUM’ Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen ein.

Der von der Jury nach einer rekordverdächtig kurzen und einmütigen Sitzung bestimmte kommende Preisträger, der ukrainische Fotograf Boris Mikhailov, kam mit seiner Frau und Arbeitspartnerin Vita Mikhailov nach Hannover. Er nahm die Gratulation von Dietrich H. Hoppenstedt, Präsident der Stiftung Niedersachsen, entgegen, dankte in sehr persönlichen Worten für die Ehrung und beantwortete Fragen der Presse. Boris Mikhailov stellte exklusiv in diesem Kreis eine Arbeit vor, die noch im Werden begriffen ist und die sich mit den 1950er-Jahren in der UdSSR, den Jugendjahren des Fotografen, beschäftigt: “Ist es möglich, die Vergangenheit zu fotografieren? … Es gibt keine Bilder für das, was damals geschah. Zum Beispiel in einem wissenschaftlichen Institut, unter ständiger Beobachtung des KGB [Geheimdienst der UdSSR]. …  Ist es möglich, diese Lücke im visuellen Gedächtnis zu füllen?” Henning Queren, Neue Presse Hannover, fragte den fotografierenden Chronisten des Zerfalls der UdSSR und seiner Folgen, was denn der Welt verloren gegangen sei mit dem Ende der Sowjetunion. „Opposition” antwortete Mikhailov nach kurzem Überlegen.

Pressekonferenz im Sprengel Museum Hannover mit Boris Mikhailov

Boris Mikhailov während der Pressekonferenz im Sprengel Museum Hannover

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29.01.2012   unkommentiert

Es geht weiter!


Die Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! ist vorüber. Die Werke, eben noch Ihren Blicken dargeboten, sind auf dem Weg zurück in die Depots und Ateliers. Am 29. Januar 2012, 11.15 Uhr, eröffnet das Sprengel Museum Hannover die Ausstellung „Ilya Kabakov. Eine Rückkehr zur Malerei“.

Wir freuen uns insbesondere über die zahlreichen jungen Besucherinnen und Besucher der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! über diejenigen, die zum ersten Mal im Sprengel Museum Hannover waren und die vielleicht, wenn denn noch Zeit für einen Abstecher in das Untergeschoss des Museums war, so ganz nebenbei auch den MERZ-Bau von Kurt Schwitters oder dieses oder jenes andere Werk der Klassischen Moderne für sich entdecken konnten. 2011 war (nicht nur) für die Fotografie im Sprengel Museum Hannover ein ereignisreiches, anregendes, aufregendes Jahr: Zu erwähnen sind, neben PHOTOGRAPHY CALLING!, die Ausstellung des Preisträgers des ›SPECTRUM‹ Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen, der großen iranischen Fotografen-Persönlichkeit Bahman Jalali; die nach 40 Jahren erste Museums-Ausstellung von Ted Arnold von Borsig; der Theo Lingen-Raum von Hans-Peter Feldmann (in Kürze im Kunstverein Lingen zu sehen) und Roman Bezjaks Fotografien von Architekturen der Nachkriegsmoderne in Osteuropa (zurzeit in einer Hamburger Galerie ausgestellt). Wir danken Ihnen, den Besucherinnen und Besuchern, für Ihr Interesse, für die Neugier, Seh- und Denklust, mit der Sie die Ausstellungen begleitet haben.Wir danken den Künstlerinnen und Künstlern, mit denen zu arbeiten wir 2011 die Ehre und das Vergnügen hatten, für ihr Vertrauen. Wir wünschen allen ein erfülltes 2012.

Projektraum von Wilhelm Schürmann während der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING!

Projektraum von Wilhelm Schürmann während der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover

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26.01.2012   unkommentiert

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit… Thomas Ruff


In seiner Fotoserie ‚m.a.r.s.’ überrascht der Becher-Schüler Thomas Ruff mit surreal anmutenden Oberflächenstrukturen, deren geheimnisvolle Blasen- und Kraterlandschaften sich erst auf den zweiten Blick als Bearbeitungen realer Satellitenbilder der NASA entpuppen. Bereits 1989 hat der in Düsseldorf lebende Künstler in seiner Bilderserie ‚Sterne’ auf für wissenschaftliche Forschungen entstandenes Fotomaterial – in jenem Fall von der Europäischen Südsternwarte aus aufgenommen – zurückgegriffen und seinen ästhetischen Vorstellungen gemäß in Bildausschnitt und Größe bearbeitet. Im PC!-Interview verrät Ruff, woher seine Begeisterung für den Kosmos stammt und warum seiner Serie ‚m.a.r.s.’ ein Mix aus Realität und Fiktion zu eigen ist.

PC!-Blog: Herr Ruff, In Ihren Arbeiten ‘Cassini’ und ‘m.a.r.s’ beschäftigen Sie sich mit Aufnahmen aus dem Weltraum. Was fasziniert Sie so sehr am All?

T.R: Mich hat der Kosmos schon fasziniert, als ich, keine Ahnung, 10, 12 oder 14 Jahre alt war. Ich hatte ein kleines Teleskop, habe Astronomie-Magazine gelesen. Ich denke, dass jeder an der Astronomie interessiert sein sollte, denn sie kann uns erzählen, wo wir herkommen und wo wir hingehen werden. Als ich mit 19 Jahren mein Examen an der Hight School gemacht hatte, musste ich mich entscheiden, ob ich Astronomie oder Fotografie studieren wollte. Sie sehen, das war echtes Interesse!

Installationsansicht Thomas Ruff 'm.a.r.s.'

Installationsansicht Thomas Ruff: 'm.a.r.s' (2010/2011)

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17.01.2012   unkommentiert

PHOTOGRAPHY CALLING! LAST CALL am Freitag, den 13.01.2012


Am Freitag, den 13.01.2012 erschallt im Sprengel Museum Hannover der LAST CALL! der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! Von 17.00 bis 21.00 Uhr laden die Niedersächsische Sparkassenstiftung und das Sprengel Museum Hannover nicht nur zu einem After Work-Cocktail mit musikalischer Begleitung ein, sondern die Kuratoren der Ausstellung, Inka Schube und Thomas Weski, stellen auch die Neuerwerbungen der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vor. Im PC!-Interview berichtet Dr. Sabine Schormann, Stiftungsdirektorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, über die Neuankäufe der Stiftung.

PC!-Blog: Frau Dr. Schormann, nach welchen Kriterien sind die von der Stiftung angekauften Werke ausgewählt worden?

S.S: Der Kunstbeirat der Stiftung verfolgt im Bereich Fotografie drei Ziele: Zum einen werden sogenannte stilbildende, internationale und nationale fotografische Positionen angekauft, weil wir eine Sammlung in musealer Qualität zusammen stellen möchten. Deren Verfügbarkeit wird aber bei der dynamischen Entwicklung des Kunstmarkts zunehmend begrenzter. Daher haben wir uns in der ersten Periode der Sammlungsaktivität vorrangig auf die Sicherung derartiger Positionen konzentriert. Inzwischen sind wir in der Lage auch Arbeiten jüngerer Fotografinnen und Fotografen zu erwerben, von denen wir und unsere Berater der Meinung sind, dass sie bereits ein eindeutiges künstlerisches Potential entwickelt haben. Und natürlich haben wir als niedersächsische Stiftung auch ein Auge auf den Arbeiten von Fotografinnen und Fotografen aus unserem Land. Es geht aber nicht darum, eine enzyklopädische Sammlung anzulegen, sondern sich auf bestimmte Positionen zu konzentrieren, diese in die Tiefe zu sammeln und so eine Sammlung mit unverwechselbarem Profil zu erlangen.

Heidi Specker: Termini (2010/2011)

Von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung angekauft: 'Termini' (2010/2011) von Heidi Specker

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13.01.2012   unkommentiert

short cuts: Andreas Gursky und Jitka Hanzlova


Diesen Ort gibt es nicht: Cocoon II (2008). Andreas Gursky zeigt eine Großraumdisko mit einem skurrilen Interieur, das an die Struktur eines riesigen Kokons, an Insektennester oder eines Bienenkorbes erinnert. Und auch die Menschen, die in großer Zahl auf dem monumentalen Bild zu sehen sind (wie viele sind es eigentlich?), wirken wie ein Bienen- oder Insektenschwarm: gleichförmig und geschäftig. Warum gibt es diesen Ort nicht? Weil Gursky das Bild am Computer zusammengesetzt hat und lediglich einen realen Ort als Ausgangsmaterial wählt. Anschließend werden einzelne Elemente digital multipliziert und so die Wirklichkeit ins Gigantische verlängert. Die ohnehin schon große Disko wird noch größer, die Masse der Menschen unüberschaubar und das Event zum absoluten Spektakel. Die Absurdität besteht darin, dass alle wollen das Gleiche und sich deshalb auch ähnlich sehen und alle gefangen sind im großen Kokon der Vergnügungssucht und der Illusion der Einzigartigkeit.

Installationsansicht Gursky

Installationsansicht: Andreas Gursky: Cocoon II (2008)

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09.01.2012   unkommentiert