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Unterwegs mit John Gossage durch Kalorama


Noch bis einschließlich den 17.06.2012 sind im Raum für Fotoggrafie des Sprengel Museum Hannover die Arbeiten ‘The Thirty-Two Inch Ruler / Map of Babylon’ des amerikanischen Fotografen John Gossage zu sehen. Der amerikanische Journalist Neville Martin hat sich mit dem Künstler auf einen Spaziergang durch das Wohnviertel Kalorama Heights in Washington D.C. begeben, in dem Gossage für seine Serie ‘The Thirty-Two Inch Ruler’ fotografiert hat. Ein Lesetipp.

John Gossage: Ohne Titel, aus: The Thirty-Two Inch Ruler (2008)

26.04.2012   unkommentiert

Es geht weiter!


Die Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! ist vorüber. Die Werke, eben noch Ihren Blicken dargeboten, sind auf dem Weg zurück in die Depots und Ateliers. Am 29. Januar 2012, 11.15 Uhr, eröffnet das Sprengel Museum Hannover die Ausstellung „Ilya Kabakov. Eine Rückkehr zur Malerei“.

Wir freuen uns insbesondere über die zahlreichen jungen Besucherinnen und Besucher der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! über diejenigen, die zum ersten Mal im Sprengel Museum Hannover waren und die vielleicht, wenn denn noch Zeit für einen Abstecher in das Untergeschoss des Museums war, so ganz nebenbei auch den MERZ-Bau von Kurt Schwitters oder dieses oder jenes andere Werk der Klassischen Moderne für sich entdecken konnten. 2011 war (nicht nur) für die Fotografie im Sprengel Museum Hannover ein ereignisreiches, anregendes, aufregendes Jahr: Zu erwähnen sind, neben PHOTOGRAPHY CALLING!, die Ausstellung des Preisträgers des ›SPECTRUM‹ Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen, der großen iranischen Fotografen-Persönlichkeit Bahman Jalali; die nach 40 Jahren erste Museums-Ausstellung von Ted Arnold von Borsig; der Theo Lingen-Raum von Hans-Peter Feldmann (in Kürze im Kunstverein Lingen zu sehen) und Roman Bezjaks Fotografien von Architekturen der Nachkriegsmoderne in Osteuropa (zurzeit in einer Hamburger Galerie ausgestellt). Wir danken Ihnen, den Besucherinnen und Besuchern, für Ihr Interesse, für die Neugier, Seh- und Denklust, mit der Sie die Ausstellungen begleitet haben.Wir danken den Künstlerinnen und Künstlern, mit denen zu arbeiten wir 2011 die Ehre und das Vergnügen hatten, für ihr Vertrauen. Wir wünschen allen ein erfülltes 2012.

Projektraum von Wilhelm Schürmann während der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING!

Projektraum von Wilhelm Schürmann während der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover

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26.01.2012   unkommentiert

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit… Thomas Ruff


In seiner Fotoserie ‚m.a.r.s.’ überrascht der Becher-Schüler Thomas Ruff mit surreal anmutenden Oberflächenstrukturen, deren geheimnisvolle Blasen- und Kraterlandschaften sich erst auf den zweiten Blick als Bearbeitungen realer Satellitenbilder der NASA entpuppen. Bereits 1989 hat der in Düsseldorf lebende Künstler in seiner Bilderserie ‚Sterne’ auf für wissenschaftliche Forschungen entstandenes Fotomaterial – in jenem Fall von der Europäischen Südsternwarte aus aufgenommen – zurückgegriffen und seinen ästhetischen Vorstellungen gemäß in Bildausschnitt und Größe bearbeitet. Im PC!-Interview verrät Ruff, woher seine Begeisterung für den Kosmos stammt und warum seiner Serie ‚m.a.r.s.’ ein Mix aus Realität und Fiktion zu eigen ist.

PC!-Blog: Herr Ruff, In Ihren Arbeiten ‘Cassini’ und ‘m.a.r.s’ beschäftigen Sie sich mit Aufnahmen aus dem Weltraum. Was fasziniert Sie so sehr am All?

T.R: Mich hat der Kosmos schon fasziniert, als ich, keine Ahnung, 10, 12 oder 14 Jahre alt war. Ich hatte ein kleines Teleskop, habe Astronomie-Magazine gelesen. Ich denke, dass jeder an der Astronomie interessiert sein sollte, denn sie kann uns erzählen, wo wir herkommen und wo wir hingehen werden. Als ich mit 19 Jahren mein Examen an der Hight School gemacht hatte, musste ich mich entscheiden, ob ich Astronomie oder Fotografie studieren wollte. Sie sehen, das war echtes Interesse!

Installationsansicht Thomas Ruff 'm.a.r.s.'

Installationsansicht Thomas Ruff: 'm.a.r.s' (2010/2011)

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17.01.2012   unkommentiert

PHOTOGRAPHY CALLING! LAST CALL am Freitag, den 13.01.2012


Am Freitag, den 13.01.2012 erschallt im Sprengel Museum Hannover der LAST CALL! der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! Von 17.00 bis 21.00 Uhr laden die Niedersächsische Sparkassenstiftung und das Sprengel Museum Hannover nicht nur zu einem After Work-Cocktail mit musikalischer Begleitung ein, sondern die Kuratoren der Ausstellung, Inka Schube und Thomas Weski, stellen auch die Neuerwerbungen der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vor. Im PC!-Interview berichtet Dr. Sabine Schormann, Stiftungsdirektorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, über die Neuankäufe der Stiftung.

PC!-Blog: Frau Dr. Schormann, nach welchen Kriterien sind die von der Stiftung angekauften Werke ausgewählt worden?

S.S: Der Kunstbeirat der Stiftung verfolgt im Bereich Fotografie drei Ziele: Zum einen werden sogenannte stilbildende, internationale und nationale fotografische Positionen angekauft, weil wir eine Sammlung in musealer Qualität zusammen stellen möchten. Deren Verfügbarkeit wird aber bei der dynamischen Entwicklung des Kunstmarkts zunehmend begrenzter. Daher haben wir uns in der ersten Periode der Sammlungsaktivität vorrangig auf die Sicherung derartiger Positionen konzentriert. Inzwischen sind wir in der Lage auch Arbeiten jüngerer Fotografinnen und Fotografen zu erwerben, von denen wir und unsere Berater der Meinung sind, dass sie bereits ein eindeutiges künstlerisches Potential entwickelt haben. Und natürlich haben wir als niedersächsische Stiftung auch ein Auge auf den Arbeiten von Fotografinnen und Fotografen aus unserem Land. Es geht aber nicht darum, eine enzyklopädische Sammlung anzulegen, sondern sich auf bestimmte Positionen zu konzentrieren, diese in die Tiefe zu sammeln und so eine Sammlung mit unverwechselbarem Profil zu erlangen.

Heidi Specker: Termini (2010/2011)

Von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung angekauft: 'Termini' (2010/2011) von Heidi Specker

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13.01.2012   unkommentiert

short cuts: Andreas Gursky und Jitka Hanzlova


Diesen Ort gibt es nicht: Cocoon II (2008). Andreas Gursky zeigt eine Großraumdisko mit einem skurrilen Interieur, das an die Struktur eines riesigen Kokons, an Insektennester oder eines Bienenkorbes erinnert. Und auch die Menschen, die in großer Zahl auf dem monumentalen Bild zu sehen sind (wie viele sind es eigentlich?), wirken wie ein Bienen- oder Insektenschwarm: gleichförmig und geschäftig. Warum gibt es diesen Ort nicht? Weil Gursky das Bild am Computer zusammengesetzt hat und lediglich einen realen Ort als Ausgangsmaterial wählt. Anschließend werden einzelne Elemente digital multipliziert und so die Wirklichkeit ins Gigantische verlängert. Die ohnehin schon große Disko wird noch größer, die Masse der Menschen unüberschaubar und das Event zum absoluten Spektakel. Die Absurdität besteht darin, dass alle wollen das Gleiche und sich deshalb auch ähnlich sehen und alle gefangen sind im großen Kokon der Vergnügungssucht und der Illusion der Einzigartigkeit.

Installationsansicht Gursky

Installationsansicht: Andreas Gursky: Cocoon II (2008)

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09.01.2012   unkommentiert

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit… Martin Parr


Für seine Serie ‘Luxury’, die innerhalb der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover zu sehen ist, hat sich der britische Fotograf Martin Parr in die Welt des internationalen Jet-Sets begeben. Für die in den Jahren 2004-2011 entstandenen Aufnahmen hat Parr u.a. auf der Moskauer Millionärs-Messe, während der Pferde-Renntage im englischen Gosfroth und auf der Moskauer Fashion Week fotografiert. Im PC!-Blog-Interview äußert sich Parr, der auch Mitglied der Agentur Magnum ist, zu seiner Arbeit mit den Mitgliedern der Oberschicht.

Martin Parr Luxury

Martin Parr: Aus 'Luxury', 2004-2011. Russia. Moscow. Fashion Week, 2004.

PC!-Blog: Mr. Parr, what was your intention when you photographed for ‘Luxury’?

M.P: My Intention was to photograph wealthy people at the type of function where they socialise.

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05.01.2012   unkommentiert

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Wilhelm Schürmann


Wilhelm Schürmann, studierter Chemiker, Fotograf, Exgalerist und bis eben Professor für Fotografie an der FH Aachen, sammelt seit 1981 gemeinsam mit Gabriele Schürmann Gegenwartskunst. Noch bis zum 15. Januar bespielt Schürmann den Projektraum der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING!. Im PC!-Blog verrät Schürmann u.a., wo für ihn die Verbindung zwischen den Naturwissenschaften und Kunst liegt.

PC!-Blog: Herr Schürmann, wie kommt es, dass Sie früher Chemie studiert und sich heute der Kunst verschrieben haben?

W.S.: Naturwissenschaften sind eine recht logische Wissenschaft. Das Studium offerierte neben der Theorie eben auch die Praxis in der Erforschung und Synthetisierung von Präparaten und der Erschließung von neuen Wegen diese herzustellen. Die Kunst ist da gar nicht so fern. Doch die Logik benötigt die Nichtlogik, die Anschauung jenseits der Sprache. Dieses Unaussprechliche zu eröffnen ist mir andauerndes Bedürfnis. Das Verstehen jenseits von Meßtechnik und Beweisbarkeit bietet der Umgang mit Kunst. Verstehen von was eigentlich? Meinem Menschsein vielleicht?

Wilhelm Schürmann plant die Hängung der von ihm mitgebrachten Werke

Wilhelm Schürmann

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02.01.2012   unkommentiert

short cuts: Diane Arbus und Martin Parr


Wer verliert schon gern die Contenance? Haltung bewahren bedeutet alles. Kontrolle und Dominanz, Einfluss und Souveränität. Die Körpersprache verrät, wer du bist oder gerne wärst. Ein fester Händedruck, ein klarer Blick, forsches Voranschreiten oder vornehme Zurückhaltung, das Spektrum der Selbstdarstellung ist weit gefasst. Entgleisungen passieren aber immer wieder: Stolpern, Stottern, Spucken, Achselschweiß und Essensreste, Flecken und Verfehlungen aller Art. Je entschlossener die Norm definiert wird, desto schneller gerät man ins Abseits. Wer bestimmt eigentlich, was richtig und was falsch ist? Wann und wo überschreitet man die Grenze vom Konsens zum Nonsens, von der Mitte zum Rand, vom Normalen zum Anormalen? Diane Arbus blickte in jedes Gesicht und zeigt uns auf ihren Bildern Travestiten und Konservativen, Riesen und Zwerge, Spießer und Hippies, Nudisten und Militaristen, Kinder, Träumer, Süchtige, Alte und Junge. Als Diane Arbus fotografierte, kannte man noch nicht den Begriff der Political Correctness oder den Inklusionsgedanken, der die zementierten Grenzen zwischen Behinderten und Nichtbehinderten auflösen soll. Damals waren Freaks einfach Freaks, Penner waren Penner, Schwule waren schwul, ein Afroamerikaner im besten Falle ein Neger und Leute mit Downsyndrom hießen Mongoloide. Eine Welt, die in Begriffen der Repression und Ausgrenzung sprach und dachte und dennoch deutlich machte, wie hilflos die Menschen waren (und es immer noch sind), wenn es darum geht, zu erkennen, dass es mehr als eine Seinsform gibt. Und dass die Norm der Werbebilder, mit den schönen straffen Menschen, die sich als gut verdienende Mütter und Väter liebevoll um die erfolgreiche Zukunft ihrer Kinder kümmern, nur Fiktion ist.

Installationsansicht: Martin Parr

Installationsansicht: Martin Parr: 'Luxury' (2004/2011)

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29.12.2011   unkommentiert

short cuts: Rineke Dijkstra und Paul Graham


Rineke Dijkstra fotografierte 1994 Mütter unmittelbar nach der Entbindung. Die Frauen stehen aufrecht vor einem neutralen Hintergrund und halten ihre Säuglinge auf dem Arm. Glück und Erschöpfung, Schönheit und Anstrengung, das Wunder des Lebens und die harte Wirklichkeit sind auf diesen Bildern zu sehen. Die Kinder sind noch keine Stunde alt, die Ekstase und der Schmerz der Geburt gerade vorbei. Dennoch nehmen die Frauen schon wieder Haltung an, stolz und selbstbewusst schauen sie in die Kamera und inszenieren die Mutterschaft. 17 Jahre später porträtierte die Fotografin die früheren Säuglinge als Jugendliche. Ein Moment von großer Intensität entsteht, den nur die Fotografie erzeugen kann: die Zeit wird übersprungen, im unmittelbaren Nebeneinander der Bilder begreifen wir, dass alle Menschen den Weg durch die Zeit nehmen, geboren werden und altern und dass die Erinnerung an die eigene Geburt unmöglich ist. Im Foto ist sie aber dokumentiert. Auf den Bildern sieht man nicht die Ähnlichkeit zwischen Säugling und jungem Erwachsenen, sondern die Zeichnung der Abstammung: die Gesichter der Mütter und ihrer Kinder ähneln sich auf verblüffende Weise. Persönlichkeit und Lebensweg sind individuell, dennoch gibt es immer einen Grund, auf dem wir stehen, eine Prägung und eine Vorherbestimmung.

Installationsansicht Sprengel Museum Hannover: Rineke Dijkstra

Installationsansicht: Rineke Dijkstra

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Annette Völckner gefällt dieser Artikel

22.12.2011   unkommentiert

Auf den Spuren eines Sammlers: Wilhelm Schürmann führt durch den Projektraum der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING!


Noch bis zum 15.1.2012 stellt das Sammlerpaar Gabriele und Wilhelm Schürmann einen Teil seiner Kunstsammlung im Projektraum der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover aus. Der PC!-Blog hat Wilhelm Schürmann durch den von ihm kuratierten Raum begleitet und seine Assoziationen und Gedanken zu ausgewählten Werken in drei Videos festgehalten.

*Video:schürmann

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13.12.2011   unkommentiert