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Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit… Martin Parr


Für seine Serie ‘Luxury’, die innerhalb der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover zu sehen ist, hat sich der britische Fotograf Martin Parr in die Welt des internationalen Jet-Sets begeben. Für die in den Jahren 2004-2011 entstandenen Aufnahmen hat Parr u.a. auf der Moskauer Millionärs-Messe, während der Pferde-Renntage im englischen Gosfroth und auf der Moskauer Fashion Week fotografiert. Im PC!-Blog-Interview äußert sich Parr, der auch Mitglied der Agentur Magnum ist, zu seiner Arbeit mit den Mitgliedern der Oberschicht.

Martin Parr Luxury

Martin Parr: Aus 'Luxury', 2004-2011. Russia. Moscow. Fashion Week, 2004.

PC!-Blog: Mr. Parr, what was your intention when you photographed for ‘Luxury’?

M.P: My Intention was to photograph wealthy people at the type of function where they socialise.

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05.01.2012   unkommentiert

short cuts: Diane Arbus und Martin Parr


Wer verliert schon gern die Contenance? Haltung bewahren bedeutet alles. Kontrolle und Dominanz, Einfluss und Souveränität. Die Körpersprache verrät, wer du bist oder gerne wärst. Ein fester Händedruck, ein klarer Blick, forsches Voranschreiten oder vornehme Zurückhaltung, das Spektrum der Selbstdarstellung ist weit gefasst. Entgleisungen passieren aber immer wieder: Stolpern, Stottern, Spucken, Achselschweiß und Essensreste, Flecken und Verfehlungen aller Art. Je entschlossener die Norm definiert wird, desto schneller gerät man ins Abseits. Wer bestimmt eigentlich, was richtig und was falsch ist? Wann und wo überschreitet man die Grenze vom Konsens zum Nonsens, von der Mitte zum Rand, vom Normalen zum Anormalen? Diane Arbus blickte in jedes Gesicht und zeigt uns auf ihren Bildern Travestiten und Konservativen, Riesen und Zwerge, Spießer und Hippies, Nudisten und Militaristen, Kinder, Träumer, Süchtige, Alte und Junge. Als Diane Arbus fotografierte, kannte man noch nicht den Begriff der Political Correctness oder den Inklusionsgedanken, der die zementierten Grenzen zwischen Behinderten und Nichtbehinderten auflösen soll. Damals waren Freaks einfach Freaks, Penner waren Penner, Schwule waren schwul, ein Afroamerikaner im besten Falle ein Neger und Leute mit Downsyndrom hießen Mongoloide. Eine Welt, die in Begriffen der Repression und Ausgrenzung sprach und dachte und dennoch deutlich machte, wie hilflos die Menschen waren (und es immer noch sind), wenn es darum geht, zu erkennen, dass es mehr als eine Seinsform gibt. Und dass die Norm der Werbebilder, mit den schönen straffen Menschen, die sich als gut verdienende Mütter und Väter liebevoll um die erfolgreiche Zukunft ihrer Kinder kümmern, nur Fiktion ist.

Installationsansicht: Martin Parr

Installationsansicht: Martin Parr: 'Luxury' (2004/2011)

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29.12.2011   unkommentiert