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Sperrzonen des öffentlichen Blickes


Nicht erst die Veröffentlichung von Bildmaterial kann für Fotografen rechtliche Konsequenzen haben. Schon der Akt des Fotografierens selbst kann strafbar sein.

”Ich hatte schon immer den Eindruck, dass es nicht um das geht, was man nicht sehen darfst, sondern um das, was man nicht bemerkt. Ich hatte nie Probleme damit, dort zu fotografieren, wo ich wollte, man muss nur ein bisschen einfallsreich sein”, sagt der amerikanische Fotograf John Gossage. In seiner Arbeit D zeigt Gossage unter anderem Aufnahmen aus Kalorama, einem Stadtviertel in Washington D.C., in dem nicht nur Gossage selbst wohnt, sondern in dem auch Donald Rumsfeld, der ehemalige Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, sein Nachbar war. Ein Stadtviertel, dessen Botschaften und teure Privathäuser rund um die Uhr von mindestens drei Polizeidiensten und zusätzlichen privaten Sicherheitsfirmen überwacht wird. Wer hier fotografiert, bleibt sicherlich nicht umbemerkt. Und er sollte sich auskennen mit der Frage, wo fotografiert werden darf und wo nicht. Schließlich hat nicht jeder Fotograf so viel Glück wie John Gossage, der bei seiner Arbeit in Kalorama unbehelligt blieb. Denn es gibt sie tatsächlich, die Sperrzonen des öffentlichen Blickes, die Blindflecken in der fotografischen Registrierung unserer Umgebung. Wie in Amerika, so auch in Deutschland. Nicht immer ist es ein “Fotografieren verboten”-Schild, das den Fotografen am Auslösen seiner Kamera hindert. Doch das Auge des Betrachters wird, von der Öffentlichkeit oftmals unbemerkt, durch gesetzliche Regelungen gelenkt. Nicht nur für Fotografen, egal ob beruflich oder privat, ist es daher bedeutend, die wichtigsten gesetzlich geregelten Bestimmungen zu kennen.

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09.03.2012   unkommentiert

Erstmals in Europa: John Gossage ‘The Thirty-Two Inch Ruler’ und ‘Map of Babylon’ im Sprengel Museum Hannover


L›History Books‹ nennt der 1946 in New York geborene John Gossage seine fotografischen Bücher. In Europa sind es vor allem jene über Berlin zu Zeiten des Kalten Krieges (Stadt des Schwarz. City of Black, 1987, und Berlin in the Time of the Wall, 2004), über die Grenze zwischen den USA und Mexiko (There and Gone, 1997), über die Industrie in Venedig (The Romance Industry, 1998) und das kürzlich neu aufgelegte Werk The Pond (1985 / 2010), die John Gossage bekannt gemacht haben.

Das Sprengel Museum Hannover zeigt in der dritten Einzelausstellung des Fotografen in diesem Haus nun erstmals in Europa Arbeiten aus den Serien The Thirty- Two Inch Ruler und Map of Babylon. Eine Publikation, die beide Serien vorstellt, erschien 2010 im Verlag Steidl.

John Gossage: Ohne Titel, aus: The Thirty-Two Inch Ruler (2008)

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Annette Völckner gefällt dieser Artikel

17.02.2012   Kommentare deaktiviert

John Gossage ab dem 21. Februar im Sprengel Museum Hannover


Am 21. Februar 2012 eröffnet im Sprengel Museum Hannover im Raum für Fotografie die Ausstellung ‘John Gossage. The Thirty-Two Inch Ruler / Map of Babylon’. Um 18.30 Uhr führt die Kuratorin Inka Schube in die Ausstellung ein. Im Anschluss daran findet im Auditorium ein in englischer Sprache geführtes Gespräch mit dem Künstler statt. Noch bis zum 17. Juni 2012 sind die Werke des amerikanischen Fotografen dann im Sprengel Museum Hannover zu sehen.

Wer sich vorab schon einmal mit der Fotografie Gossages beschäftigen möchte, und vielleicht kürzlich Gossages Serie ‘The Pond’ (1985) während der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover gesehen hat, dem sei folgendes Gespräch zwischen dem Fotografen und Toby Jurovics, Kurator am Smithsonian American Art Museum, empfohlen:

‘A Conversation with John Gossage – Smithsonian American Art Museum’.

Ab dem 21. Februar 2012 im Sprengel Museum Hannover: John Gossage: 'The Thirty-Two Inch Ruler' (2008)

Ab dem 21. Februar 2012 im Sprengel Museum Hannover: John Gossage: 'The Thirty-Two Inch Ruler' (2008)

05.02.2012   unkommentiert

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Inka Schube und Thomas Weski


PC!-Blog: Hallo Inka Schube, Sie bereiten gerade gemeinsam mit Thomas Weski die Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! vor, was erwartet die Besucher?

I.S.: Eine Ausstellung, die herausragende Positionen versammelt, wunderbare Bilder, vieles, was  hier erstmals gezeigt wird: eine Serie von Nicholas Nixon etwa aus den frühen 1980er Jahren, die in Europa noch nie zu sehen war, und die zeigt, wie fantastisch der Fotograf mit der Großformatkamera umzugehen vermag und wie er über Menschen und die Möglichkeiten ihres Miteinanders zu berichten weiß. Die Aufmerksamkeit, mit der da jemand schaut, ist wirklich erstaunlich.  Diesen Fotografien gegenüber hängen Bilder von Tobias Zielony, Arbeiten aus der Serie ‚Trona’, die ca. 30 Jahre später entstanden. Auch hier schaut jemand sehr genau, auch hier erzählt jemand von den Möglichkeiten des Miteinanders, auf völlig andere Weise.

Darf ich noch weiter reden?

PC!-Blog: Ja, nur zu!

I.S.: Von Rineke Dijkstra sind Arbeiten zu sehen, die speziell für diese Ausstellung produziert wurden. Wir sind sehr froh darüber:  Erinnern Sie sich an die Bilder von den Müttern kurz nach der Entbindung? Sie entstanden in den frühen 1990er-Jahren. Den Babys, die die jungen Frauen damals in den Armen trugen, kann man in der Ausstellung nun wieder begegnen. Sie schauen,  ca. 17 Jahre später, stolz und auch ein bisschen herausfordernd in die Kamera.  Dijkstra erzählt auf sehr berührende Weise von Leben und Lebenszeit.

Aber das ist nur einer der vielen Höhepunkte der Ausstellung. Immerhin sind mehr als 400 Werke von 31 Fotografinnen und Fotografen zu sehen, die Projekträume nicht mitgezählt.

Hans-Peter Feldmann Rose

© Hans-Peter Feldmann

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06.10.2011   unkommentiert

Herzlich willkommen!


Liebe Leser, hier entsteht ein Blog zur Ausstellung ‘Photography Calling!‘ im Sprengel  Museum Hannover. Vom 9.10.2011 bis zum 15.01.2012 zeigt ‘Photography Calling!’ fotografische Arbeiten von dreißig Künstlern aus fünf Jahrzehnten, darunter Fotografien von Hilla und Bernd Becher, Robert Adams, Diane Arbus, Lee Friedlander, John Gossage, Boris Mikhailov und Elisabeth Neudörfl. Zudem wird ein in die Ausstellung eingegliederter Projektraum im Laufe der Ausstellung im dreimaligen Wechsel unterschiedliche Gebrauchsweisen der Fotografie und verschiedene Arten des Sammelns thematisieren.

Noch laufen die Vorbereitungen bis zur Eröffnung im Oktober auf Hochtouren; was vor und während der Ausstellung hinter den Museumskulissen passiert, wird in den nächsten Monaten hier auf dem Photography Calling!-Blog mit zu verfolgen sein.

Sie sind herzlich eingeladen, sich mit Kommentaren und Anregungen zu beteiligen.

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Text: G.L.

13.06.2011   2 Kommentare