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Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Wilhelm Schürmann

 

Wilhelm Schürmann, studierter Chemiker, Fotograf, Exgalerist und bis eben Professor für Fotografie an der FH Aachen, sammelt seit 1981 gemeinsam mit Gabriele Schürmann Gegenwartskunst. Noch bis zum 15. Januar bespielt Schürmann den Projektraum der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING!. Im PC!-Blog verrät Schürmann u.a., wo für ihn die Verbindung zwischen den Naturwissenschaften und Kunst liegt.

PC!-Blog: Herr Schürmann, wie kommt es, dass Sie früher Chemie studiert und sich heute der Kunst verschrieben haben?

W.S.: Naturwissenschaften sind eine recht logische Wissenschaft. Das Studium offerierte neben der Theorie eben auch die Praxis in der Erforschung und Synthetisierung von Präparaten und der Erschließung von neuen Wegen diese herzustellen. Die Kunst ist da gar nicht so fern. Doch die Logik benötigt die Nichtlogik, die Anschauung jenseits der Sprache. Dieses Unaussprechliche zu eröffnen ist mir andauerndes Bedürfnis. Das Verstehen jenseits von Meßtechnik und Beweisbarkeit bietet der Umgang mit Kunst. Verstehen von was eigentlich? Meinem Menschsein vielleicht?

Wilhelm Schürmann plant die Hängung der von ihm mitgebrachten Werke

Wilhelm Schürmann


PC!-Blog: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine eigene Sammlung aufzubauen?

W.S.: Da war niemals eine Idee. Die Ansammlung von Fotografien war am Anfang meine Privatakademie um Fotografie durch Anschauung sozusagen von innen zu verstehen. Die Sammlung begann, als ich zwischen den Bildern Verbindungen erkannte, weitere ausprobierte und das immer wieder verfeinerte. Ein Organismus manchmal, der ein Eigenleben zu führen scheint, in dem man immer wieder was neues entdecken kann.

PC!-Blog: Nach welchen Kriterien sammeln Sie?

W.S.: Von jedem guten Kunstwerk werden diese Kriterien wieder neu abgeglichen. Um diese Bewegung geht es. Besondere Kunst setzt eigene Maßstäbe.

PC!-Blog: Wie fühlt es sich an, wenn Werke, die sich in Ihrer Sammlung befinden, auf dem Kunstmarkt plötzlich enorm an Wert gewinnen? Haben Sie in diesem Zusammenhang schon einmal daran gedacht, ein Werk zu verkaufen?

W.S.:Das ist eine völlig abstrakte Erfahrung. Der Geldwert ist nicht entscheidend. Im Rahmen von kleineren Umschichtungen wird auch schon mal was verkauft oder gestiftet.

PC!-Blog: Wie haben Sie reagiert, als Sie kürzlich erfahren haben, dass Ane Mette Hol, deren Werke Sie auch sammeln, mit einem wichtigen Preis ausgezeichnet wurde?

W.S.: Ist doch toll. Ane Mette Hol überzeugt durch ihre zeitlose Klarheit. Ihre Zeichnungen sind unvergleichlich dicht in ihrer Materialität. Einzigartig eben. Künstler die uns besuchen und ihre Arbeiten erstmalig sehen sind alle sehr beeindruckt und interessiert, wie die gemacht sind. Die nehmen sie als Künstlerin sofort sehr ernst. Das ist die größte Auszeichnung die ich kenne.

Interview: Gesa Lehrmann

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