Random header image... Refresh for more!

Kolumne — Fünf Minuten mit…

In unserer Kategorie ‘Fünf Minuten mit…’ könnt ihr Kurz-Interviews mit Künstlern lesen, die an der Ausstellung Photographie Calling! im Sprengel Museum Hannover beteiligt sind.



Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit… Thomas Ruff


In seiner Fotoserie ‚m.a.r.s.’ überrascht der Becher-Schüler Thomas Ruff mit surreal anmutenden Oberflächenstrukturen, deren geheimnisvolle Blasen- und Kraterlandschaften sich erst auf den zweiten Blick als Bearbeitungen realer Satellitenbilder der NASA entpuppen. Bereits 1989 hat der in Düsseldorf lebende Künstler in seiner Bilderserie ‚Sterne’ auf für wissenschaftliche Forschungen entstandenes Fotomaterial – in jenem Fall von der Europäischen Südsternwarte aus aufgenommen – zurückgegriffen und seinen ästhetischen Vorstellungen gemäß in Bildausschnitt und Größe bearbeitet. Im PC!-Interview verrät Ruff, woher seine Begeisterung für den Kosmos stammt und warum seiner Serie ‚m.a.r.s.’ ein Mix aus Realität und Fiktion zu eigen ist.

PC!-Blog: Herr Ruff, In Ihren Arbeiten ‘Cassini’ und ‘m.a.r.s’ beschäftigen Sie sich mit Aufnahmen aus dem Weltraum. Was fasziniert Sie so sehr am All?

T.R: Mich hat der Kosmos schon fasziniert, als ich, keine Ahnung, 10, 12 oder 14 Jahre alt war. Ich hatte ein kleines Teleskop, habe Astronomie-Magazine gelesen. Ich denke, dass jeder an der Astronomie interessiert sein sollte, denn sie kann uns erzählen, wo wir herkommen und wo wir hingehen werden. Als ich mit 19 Jahren mein Examen an der Hight School gemacht hatte, musste ich mich entscheiden, ob ich Astronomie oder Fotografie studieren wollte. Sie sehen, das war echtes Interesse!

Installationsansicht Thomas Ruff 'm.a.r.s.'

Installationsansicht Thomas Ruff: 'm.a.r.s' (2010/2011)

[Read more →]

17.01.2012   unkommentiert

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit… Martin Parr


Für seine Serie ‘Luxury’, die innerhalb der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover zu sehen ist, hat sich der britische Fotograf Martin Parr in die Welt des internationalen Jet-Sets begeben. Für die in den Jahren 2004-2011 entstandenen Aufnahmen hat Parr u.a. auf der Moskauer Millionärs-Messe, während der Pferde-Renntage im englischen Gosfroth und auf der Moskauer Fashion Week fotografiert. Im PC!-Blog-Interview äußert sich Parr, der auch Mitglied der Agentur Magnum ist, zu seiner Arbeit mit den Mitgliedern der Oberschicht.

Martin Parr Luxury

Martin Parr: Aus 'Luxury', 2004-2011. Russia. Moscow. Fashion Week, 2004.

PC!-Blog: Mr. Parr, what was your intention when you photographed for ‘Luxury’?

M.P: My Intention was to photograph wealthy people at the type of function where they socialise.

[Read more →]

05.01.2012   unkommentiert

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Wilhelm Schürmann


Wilhelm Schürmann, studierter Chemiker, Fotograf, Exgalerist und bis eben Professor für Fotografie an der FH Aachen, sammelt seit 1981 gemeinsam mit Gabriele Schürmann Gegenwartskunst. Noch bis zum 15. Januar bespielt Schürmann den Projektraum der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING!. Im PC!-Blog verrät Schürmann u.a., wo für ihn die Verbindung zwischen den Naturwissenschaften und Kunst liegt.

PC!-Blog: Herr Schürmann, wie kommt es, dass Sie früher Chemie studiert und sich heute der Kunst verschrieben haben?

W.S.: Naturwissenschaften sind eine recht logische Wissenschaft. Das Studium offerierte neben der Theorie eben auch die Praxis in der Erforschung und Synthetisierung von Präparaten und der Erschließung von neuen Wegen diese herzustellen. Die Kunst ist da gar nicht so fern. Doch die Logik benötigt die Nichtlogik, die Anschauung jenseits der Sprache. Dieses Unaussprechliche zu eröffnen ist mir andauerndes Bedürfnis. Das Verstehen jenseits von Meßtechnik und Beweisbarkeit bietet der Umgang mit Kunst. Verstehen von was eigentlich? Meinem Menschsein vielleicht?

Wilhelm Schürmann plant die Hängung der von ihm mitgebrachten Werke

Wilhelm Schürmann

[Read more →]

02.01.2012   unkommentiert

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Max Baumann


In der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! zeigt der deutsche Fotograf Max Baumann mit seiner Foto-Serie ‚blindlings’ erstmals Porträts. Weshalb Baumann, der vor allem für seine Landschaftsaufnahmen bekannt ist, in ‚blindlings’ auch das Gesicht des Menschen mit seiner Architekturkamera fotografiert, erklärt er im Interview mit dem PC!-Blog.

PC!-Blog: Herr Baumann, was hat Sie nach zwanzigjähriger Arbeit als Fotograf dazu bewogen, nun erstmals Porträts aufzunehmen?

M.B.: Die Idee, derartige Bilder zu machen, stammt bereits aus meiner Studienzeit. Beim Grundstudium gewann ich eine Vorstellung davon, wie meine Portraits aussehen könnten. Damals fehlte mir eine geeignete Ausrüstung. Wenn einmal Geld übrig war, habe ich mir dann Stück für Stück der notwendigen Technik gekauft. Als ich diese nach Jahren zusammen hatte, glaubte mir längst niemand mehr, dass ich jemals Porträts machen würde. Zu oft hatte ich diese in Aussicht gestellt. Auslöser für den Beginn war meine Bewerbung für ein Stipendium auf Schloss Wiepersdorf, dem ehemaligen Wohnsitz von Achim und Bettina von Arnim. In diesem Zusammenhang las ich nach Jahren deutsche Romantiker, sie waren vor dem Studium meine Wegbegleiter. Ich dachte zurück und die alte Vorstellung vom Antlitz wurde wach. So bewarb ich mich mit diesem Vorhaben und durfte mir daraufhin dort ein geräumiges Atelier einrichten.  Dann begann ich zögerlich nach Modellen Ausschau zu halten.

Max Baumann 'blindlings'

© Max Baumann

[Read more →]

21.10.2011   4 Kommentare

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Inka Schube und Thomas Weski


PC!-Blog: Hallo Inka Schube, Sie bereiten gerade gemeinsam mit Thomas Weski die Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! vor, was erwartet die Besucher?

I.S.: Eine Ausstellung, die herausragende Positionen versammelt, wunderbare Bilder, vieles, was  hier erstmals gezeigt wird: eine Serie von Nicholas Nixon etwa aus den frühen 1980er Jahren, die in Europa noch nie zu sehen war, und die zeigt, wie fantastisch der Fotograf mit der Großformatkamera umzugehen vermag und wie er über Menschen und die Möglichkeiten ihres Miteinanders zu berichten weiß. Die Aufmerksamkeit, mit der da jemand schaut, ist wirklich erstaunlich.  Diesen Fotografien gegenüber hängen Bilder von Tobias Zielony, Arbeiten aus der Serie ‚Trona’, die ca. 30 Jahre später entstanden. Auch hier schaut jemand sehr genau, auch hier erzählt jemand von den Möglichkeiten des Miteinanders, auf völlig andere Weise.

Darf ich noch weiter reden?

PC!-Blog: Ja, nur zu!

I.S.: Von Rineke Dijkstra sind Arbeiten zu sehen, die speziell für diese Ausstellung produziert wurden. Wir sind sehr froh darüber:  Erinnern Sie sich an die Bilder von den Müttern kurz nach der Entbindung? Sie entstanden in den frühen 1990er-Jahren. Den Babys, die die jungen Frauen damals in den Armen trugen, kann man in der Ausstellung nun wieder begegnen. Sie schauen,  ca. 17 Jahre später, stolz und auch ein bisschen herausfordernd in die Kamera.  Dijkstra erzählt auf sehr berührende Weise von Leben und Lebenszeit.

Aber das ist nur einer der vielen Höhepunkte der Ausstellung. Immerhin sind mehr als 400 Werke von 31 Fotografinnen und Fotografen zu sehen, die Projekträume nicht mitgezählt.

Hans-Peter Feldmann Rose

© Hans-Peter Feldmann

[Read more →]

06.10.2011   unkommentiert

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Tobias Zielony


Im Zentrum der Arbeiten des Berliner Fotografen Tobias Zielony steht immer wieder das Leben von Jugendlichen aus sozialen Randgebieten. Im Jahr 2006, Zielony lebte damals während eines Stipendienaufenthaltes für einige Zeit in Los Angeles, besuchte er die rund 270 km von L.A. entfernte Bergbausiedlung Trona. Nahezu isoliert liegt Trona am Rand des Death Valleys in der kalifornischen Wüste, der nächste Ort ist eine Autostunde weit entfernt. Zielony betrat eine Stadt, deren Kontrast zu den glamourösen Sunshine-Boulevards von L.A. nicht krasser ausfallen könnte. Einst eine durch den Abbau von Mineralien industriell florierende Stadt, ist Trona seit einer Entlassungswelle in den 1990er-Jahren mehr und mehr dem Zerfall preisgegeben. In seiner Foto-Serie ‘Trona – Armpit of America’, die von Samstag an in der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover zu sehen sein wird,  hält Zielony in ausdrucksstarken Bildern das durch Arbeitslosigkeit und den Konsum der Droge Crystal Meth geprägte Umfeld der Jugendlichen fest. Im Interview mit dem PC!-Blog erzählt Zielony von seiner Zeit in Trona und seiner Arbeit mit den Jugendlichen.

PC!-Blog: Tobias, wie bist du auf die Idee gekommen, ausgerechnet in Trona zu fotografieren?

T.Z.: Mehrere Leute hatten mir von Trona erzählt als ich in Los Angeles war, viele Leute fahren auf dem Weg nach Death Valley durch Trona. Schließlich habe ich dann auf einer Party eine Gruppe von Studenten getroffen, die direkt aus Trona kamen. Sie waren sichtlich beeindruckt, aber auch geschockt.

Tobias Zielony: Trona - Armpit of America

© Tobias Zielony

[Read more →]

Andreas Ullrich gefällt dieser Artikel

04.10.2011   unkommentiert

Fünf Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Rita Ostrowskaja


Die Eröffnung der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! am 9. Oktober rückt näher. Jetzt war die deutsch-ukrainische Fotografin Rita Ostrowskaja im Sprengel Museum Hannover, um zusammen mit der Kuratorin Inka Schube letzte Absprachen zur Auswahl ihrer Bilder und deren Hängung zu treffen. Im zukünftigen Ausstellungsraum breiteten beide zunächst ausgewählte Bilder aus Ostrowskajas Foto-Serie ‚Anwesenheit’ auf dem Boden aus. Während die Künstlerin erklärte, in welchem biografischen Kontext die einzelnen Werke stehen, ging Schube von Bild zu Bild, betrachtete mal dieses, mal jenes Werk eingehender, und änderte gelegentlich in Absprache mit der Künstlerin die Reihenfolge der einzelnen Fotografien. Bevor es zum Aussuchen der Bilderrahmen ins Rahmenatelier ging, hat sich Ostrowskaja noch Zeit für ein Interview mit dem PHOTOGRAPHY CALLING!-Blog genommen:

PC!-Blog: Frau Ostrowskaja, bitte erzählen Sie uns, was auf Ihrer Foto-Serie ‚Anwesenheit’ zu sehen ist.

R.O.: Schon seit 1994 fotografiere ich für die Serie ‚Anwesenheit’, die sich für mich in zwei Lebensperioden teilt. Die erste Periode und das Fotografieren selbst umfassen die Zeit von 1994 bis zum September 2001, also bis zu meiner Ausreise aus der Ukraine nach Deutschland und ein kurze Zeit danach. Darunter sind Fotos von meinem Zuhause in Kiew, mit meinem Mann und meinem Sohn, mit Freunden und Bekannten in der Ukraine oder im Ausland aufgenommen, wo ich häufig war. Eine besondere Rolle nehmen die Aufnahmen vom 8. September 2001 ein, dem Abend vor meiner Ausreise aus Kiew. Sie sind wie eine Brücke zwischen dem Leben in der Ukraine und dem in Deutschland. Auch diejenigen, die kurze Zeit später im Wohnheim in Kassel aufgenommen wurden und letztlich auch die Bilder, die in meinem neuen Zuhause in Kassel entstanden sind, sind mir besonders wichtig. Die zweite Periode fängt nach dreijähriger Pause im Jahr 2005 in Kassel an, wo ich derzeit mit meiner Familie lebe.

 

Rita Ostrowskaja Anwesenheit Sprengel Museum Hannover Photography Calling!

[Read more →]

25.09.2011   unkommentiert

5 Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Markus Schaden


Markus Schaden, Verleger für Foto- und Designbücher aus Köln, wird ab dem 1.11.2011 einen Monat lang den Projektraum in der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! bespielen. Im Interview verrät Schaden, was den Besucher dort erwarten wird und warum ihm als Ausgangsbasis eine Aufnahme von Stephen Shore genügt, um zu einem einzelnen Foto eine lange Geschichte zu erzählen:

PC!- Blog: Herr Schaden, woran arbeiten Sie gerade für die Ausstellung?

M.S: Zurzeit beschäftige ich mich mit meinem Beitrag für den Katalog, stimme mit dem zuständigen Grafiker die Bebilderung ab. Aber auch die Installation im Museum selbst wird vorbereitet, es müssen noch rund neunzig Seiten aus den Fotobüchern abfotografiert werden, die ich ausstellen möchte.

Markus Schaden, schaden.com, Photography Calling!, Sprengel Museum Hannover, Stephen Shore, La Brea Matrix

Markus Schaden

PC!- Blog: Was ist das Thema Ihrer Arbeit?

[Read more →]

21.08.2011   1 Kommentar

5 Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Thierry Geoffroy


Thierry Geoffroy, dänisch-französischer FORMAT ARTIST, wird ab dem 9.10.2011 einen Monat lang den Projektraum in der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! bespielen. Im Interview gibt Geoffroy einen Rückblick auf seine Arbeit während der 54. Kunstbiennale in Venedig  und einen Einblick in seine Arbeitsweise:

PC- Blog: Herr Geoffroy, was ist ein ‚Biennalist’?

T.G.: Der Biennalist ist ein von T.G. entwickeltes Kunst-Format, das Biennalen und andere kulturelle Events kommentiert, während sie stattfinden. Häufig bewerben solche Events vor allem sich selbst. Sie verwenden Themen und Fragestellungen vor allem als Werbestrategien. Sie fingieren die Absichten, die sie in Pressemitteilungen vor sich her tragen, lediglich.  Ein Biennalist nimmt die Themen der Biennalen sehr ernst und ertestet sie vor Ort.  Häufig  treffen Biennalisten und  Emergency Room Artists  aufeinander, um einen brisanten Inhalt, ein heißes Eisen, das nicht auf die lange Bank geschoben werden kann,  zu bearbeiten. (TODAY IS TODAY,  TODAY BEFORE IT IS TOO LATE!). Ein Biennalist kann auch das Penetration Format, das Critical Run Format  oder das Rumeur Art Format , das Fight Debate Format, das Slow Dance Format etc. …aktivieren.

PC-BLOG: Wie funktioniert das?

[Read more →]

07.08.2011   1 Kommentar