Random header image... Refresh for more!

5 Minuten (oder auch ein bisschen mehr) mit … Markus Schaden

 

Markus Schaden, Verleger für Foto- und Designbücher aus Köln, wird ab dem 1.11.2011 einen Monat lang den Projektraum in der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! bespielen. Im Interview verrät Schaden, was den Besucher dort erwarten wird und warum ihm als Ausgangsbasis eine Aufnahme von Stephen Shore genügt, um zu einem einzelnen Foto eine lange Geschichte zu erzählen:

PC!- Blog: Herr Schaden, woran arbeiten Sie gerade für die Ausstellung?

M.S: Zurzeit beschäftige ich mich mit meinem Beitrag für den Katalog, stimme mit dem zuständigen Grafiker die Bebilderung ab. Aber auch die Installation im Museum selbst wird vorbereitet, es müssen noch rund neunzig Seiten aus den Fotobüchern abfotografiert werden, die ich ausstellen möchte.

Markus Schaden, schaden.com, Photography Calling!, Sprengel Museum Hannover, Stephen Shore, La Brea Matrix

Markus Schaden

PC!- Blog: Was ist das Thema Ihrer Arbeit?

M.S: Die “La Brea” Photobook Study! Die erste Photobook Study fokussierte sich auf ein berühmtes Buch von Ed van der Elsken. Für die Ausstellung in Hannover entwickele ich aus dem berühmten Foto, das Stephen Shore am 21. Juni 1975 an der Kreuzung zwischen Beverly Boulevard und La Brea Avenue in Los Angeles aufgenommenen hat, ein neuartiges Ausstellungskonzept, basierend auf einer Art Mapping. Ich habe schon immer den Drang verspürt, an einer einzelnen Arbeit deren spezifische Wirkungs- und Einflussgeschichte aufzuzeigen und das Shore-Bild eignet sich hervorragend dafür. Ohne Frage ein Hauptwerk der amerikanischen NEW COLOR Photography. Fantastisch, dass es sich in der Sammlung der Niedersächsischen Sparkassen Stiftung befindet.

PC!- Blog: Können Sie ein Beispiel für einen Aspekt der Wirkungs- und Einflussgeschichte nennen?

M.S: Interessant ist, dass im Zusammenhang mit der Entstehung von Shores Aufnahme häufig diskutiert wurde, ob die Idee zu dem gewählten Bildmotiv überhaupt von Shore selbst stammt. Auslöser für diese Diskussion ist ein Filmposter zu dem 1972 entstandenen, amerikanischen Actionfilm ‚Getaway’ mit Steve McQueen, das eine Zeichnung genau des selben Bildausschnitts zeigt, den Shore drei Jahre später für sein Foto wählt. Inzwischen ist klar, dass alles nur ein Zufall war. Shore hatte das Plakat nicht vorher gesehen, da es nur in Frankreich verbreitet wurde. Das ist einer von vielen interessanten Aspekten, der auf die Publikations- und Editionsgeschichte des Fotos wirkt. Andere Fragen, denen ich in dem Projekt nachgehe, sind zum Beispiel, welchen Stellenwert das Bild im Werk von Shore einnimmt, wie es sich in seine Biografie eingliedert, in welchen großen Monografien das Foto auftaucht sowie alle Querverweise, die sich aufzeigen, und das sind wirklich viele …

PC!- Blog: Mit Ihrem Projekt wollen Sie zugleich eine neue Ausstellungsform des Fotobuches etablieren…

M.S: Ja, mir geht es darum, eine neue, visuelle Form der Präsentation von Fotobüchern im Museum zu finden. Die Geschichte des Fotobuches ist gerade einmal zehn Jahre alt, wie Martin Parr zu Recht sagt. Bisher werden Fotobücher fast immer in Vitrinen ausgestellt. Dieses starre Schema möchte ich aufbrechen, indem ich mich von der Architektur inspirieren lasse und den gängigen Weg der Präsentation des Papierbuches verlassen werde.

Weitere Informationen zu ‚The La Brea Matrix: Six German Photographers & a New Color Icon by Stephen Shore’ und erste Eindrücke gibt es hier …

Interview: Gesa Lehrmann

Schlagworte: , , , , ,

1 Kommentar

1 PHOTOGRAPHY CALLING! { 02.11.2011 um 13:28 }

[...] hatte, umgebaut. Heute, am Dienstag, den 1. November, eröffnet hier der Kölner Fotobuch-Verleger Markus Schaden sein Projekt The ‘La Brea’ Photobookstudy. Ab 18.30 Uhr wird Schaden interessierte [...]

Sie müssen sicheinloggen um einen Kommentar schreiben zu können.