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Arne Schmitt. WENN GESINNUNG FORM WIRD / VERFLECHTUNGEN

 

Vom 17. Oktober 2012 bis zum 3. März 2013 zeigt des Sprengel Museum Hannover im Raum für Fotografie Arbeiten des Fotografen Arne Schmidt.

Arne Schmitt (*1984) konzentriert sich in seiner Arbeit auf Stadt als Lebensraum, auf gebaute Architektur, die Wege und Verhalten generiert. Als Raum alltäglicher Erfahrungen gibt sie Auskunft über die Ideen von Gesellschaft, die ihm zugrunde liegen.

Arne Schmitt: Tausendfüßler, Düsseldorf 2010.
Aus der Serie Verflechtungen, 2012.
© Arne Schmitt / VG BILD-KUNST, Bonn 2012.

Arne Schmitt geht diesen Ideen nach und überprüft sie an der Gegenwart. GERÄUSCH EINER FERNEN BRANDUNG (2008) nennt Schmitt eines seiner Bücher, das 70 farbige Aufnahmen von vier- bis sechsspurig befahrenen Straßen zeigt. Nicht mehr, nicht weniger. Für MANCHE DINGE ÄNDERN SICH NIE  (2010) umkreist der Fotograf das nach wie vor streitbar umstrittene ‚Terminal‘ von Richard Serra (1977/79), eine Skulptur im öffentlichen Raum Bochums, die dessen brachiale Strukturen dialektisch aufnimmt. DAS GEDÄCHTNIS DER STADT (2009) fixiert die Ränder des eingestürzten Kölner Stadtarchivs an den Provisorien von Bauzäunen und Baustellen. Damit verschiebt der Fotograf auf für ihn typische Weise den Fokus: Es ist die Stadt selbst, in der sich Geschichte und Gedächtnis als Vorformatierungen der Strukturen gegenwärtigen sozialen Handelns materialisieren.

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10.10.2012   unkommentiert

Interview mit Kuratorin Inka Schube

 

Noch bis zum 7. Oktober ist im Raum der Fotografie des Sprengel Museum Hannover die Ausstellung ‚Bernhard Fuchs: Porträts / Autos / Straßen und Wege’ zu sehen. Der Photography Calling-Blog! hat bei Inka Schube, Kuratorin der Ausstellung, nachgefragt, was es mit der Fotoschau auf sich hat:

PC!-Blog: Im Jahr 2000 war Bernhard Fuchs an der Gruppenausstellung ‚How you look at it’ im Sprengel Museum Hannover beteiligt. Was hat Sie nun dazu bewogen, dem Künstler eine Einzelausstellung zu widmen?

I.S.: Da ist erstens die Tatsache, dass Bernhard Fuchs ein herausragender Fotograf ist, und sein Werk von einer außergewöhnlichen inneren Konsequenz.

Interessanter Weise treten Anfang der 1990er Jahre gleich mehrere Fotografinnen und Fotografen an die Öffentlichkeit, die sich, vermittelt über die Bezugnahme auf klassische Porträttraditionen, in Langzeitprojekten mit Orten ihrer Kindheit auseinandersetzen. 2004 zeigte Zoltán Jókay (*1960) im Sprengel Museum Hannover Porträts. Jitka Hanzlová (*1958), eine ebenso außergewöhnliche Porträtfotografin, war mit ihrer Arbeit Forest in PHOTOGRAPHY CALLING! vertreten. Wie Bernhard Fuchs (*1971) und auch Albrecht Tübke (*1971) setzten sie sich vermittelt über die Porträtfotografie mit Werten auseinander, die das eigene Heranwachsen prägten. Auf den ersten Blick scheinen ihre Bilder sehr ähnlich.  Auf den zweiten zeigen sich erstaunliche Nuancen, Ausdifferenzierungen.

Bernhard Fuchs: Schneeweg, Herrnschlag, 2004.
c-Print, 28 x 28 cm.
Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung, Hannover.
© Bernhard Fuchs 2012.

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01.08.2012   unkommentiert

Bernhard Fuchs: Porträts / Autos / Straßen und Wege

 

Vom 27. Juni bis zum 7. Oktober 2012 zeigt das Sprengel Museum Hannover im Raum für Fotografie Arbeiten von Bernhard Fuchs. Die ausgestellten Werke sind Bestandteil der Sammlung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Bernhard Fuchs (*1971) entwickelte über zwei Jahrzehnte hinweg drei Bildzyklen: Porträts, die die Menschen seiner Heimat zeigen, Aufnahmen von Autos, die an menschenleeren Orten stehen, und eine Serie von Bildern, die Wege und Straßen zeigen. Zu jedem Zyklus erschien eine Publikation. Seit kurzem liegt eine vierte Publikation vor, die sich den bäuerlichen Gehöften der heimatlichen Region widmet.

Bernhard Fuchs: Herr Ö., St. Peter am Wimberg, 1994.<br />c-Print, 30,5 x 25,5 cm.<br />Besitz des Künstlers.<br />© Bernhard Fuchs 2012.

Bernhard Fuchs: Herr Ö., St. Peter am Wimberg, 1994.
c-Print, 30,5 x 25,5 cm.
Besitz des Künstlers.
© Bernhard Fuchs 2012.

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29.06.2012   unkommentiert

Interview mit John Gossage

 

Um an der Eröffnung der Ausstellung ‘John Gossage. The Thirty-Two Inch Ruler / Map of Babylon’ teilnehmen zu können, ist der amerikanische Fotograf John Gossage extra von Amerika nach Hannover geflogen. Im Anschluss an die Eröffnung hat er vor Publikum von seiner Arbeit an den im Sprengel Museum Hannover ausgestellten Serien gesprochen. Für alle, die das Interview mit Gossage damals verpasst haben, gibt es das Gespräch hier nun noch einmal in voller Länge:

21.05.2012   Kommentare deaktiviert

Unterwegs mit John Gossage durch Kalorama

 

Noch bis einschließlich den 17.06.2012 sind im Raum für Fotoggrafie des Sprengel Museum Hannover die Arbeiten ‘The Thirty-Two Inch Ruler / Map of Babylon’ des amerikanischen Fotografen John Gossage zu sehen. Der amerikanische Journalist Neville Martin hat sich mit dem Künstler auf einen Spaziergang durch das Wohnviertel Kalorama Heights in Washington D.C. begeben, in dem Gossage für seine Serie ‘The Thirty-Two Inch Ruler’ fotografiert hat. Ein Lesetipp.

John Gossage: Ohne Titel, aus: The Thirty-Two Inch Ruler (2008)

26.04.2012   unkommentiert

Thomas Heise: MATERIAL (2009)

 

Dokumentarfilm, 166 Min., HDCAM/Digital Betacam
sw/Farbe, Projektion von DVD

Wie lässt sich Geschichte erzählen, was bleibt von ihr, an Bildern, Tönen, Erinnerungen, Überlegungen, Fragen? Thomas Heise beschäftigt sich in MATERIAL mit jenem historischen Moment, in dem die Geschichte der sogenannten Systemkonfrontation des 20. Jahrhunderts – der Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Kapitalismus – in dem von der Mauer umgebenen Teil Deutschlands im Herbst 1989 in einer Art Nadelöhr kulminiert. Die Politisierung hat alle Schichten und Gruppen, hat jeden Einzelnen erfasst. Die bis eben noch bis zum Bersten gespannte dünne Haut über den Konflikten und Widersprüchen reißt. Der Staat DDR befindet sich, nach einem langen Nachkrieg, in der Agonie. Wie weiter? 2009 montiert Thomas Heise Szenen aneinander, die zwischen 1988 und 2008 entstanden  Fragmente von aus den verschiedensten Gründen abgebrochenen Projekten, ‚Reste’ früherer Arbeiten und filmische Tagebuchnotizen.

Szene aus 'MATERIAL' (2009) von Thomas Heise

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13.03.2012   unkommentiert

Sperrzonen des öffentlichen Blickes

 

Nicht erst die Veröffentlichung von Bildmaterial kann für Fotografen rechtliche Konsequenzen haben. Schon der Akt des Fotografierens selbst kann strafbar sein.

”Ich hatte schon immer den Eindruck, dass es nicht um das geht, was man nicht sehen darfst, sondern um das, was man nicht bemerkt. Ich hatte nie Probleme damit, dort zu fotografieren, wo ich wollte, man muss nur ein bisschen einfallsreich sein”, sagt der amerikanische Fotograf John Gossage. In seiner Arbeit D zeigt Gossage unter anderem Aufnahmen aus Kalorama, einem Stadtviertel in Washington D.C., in dem nicht nur Gossage selbst wohnt, sondern in dem auch Donald Rumsfeld, der ehemalige Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, sein Nachbar war. Ein Stadtviertel, dessen Botschaften und teure Privathäuser rund um die Uhr von mindestens drei Polizeidiensten und zusätzlichen privaten Sicherheitsfirmen überwacht wird. Wer hier fotografiert, bleibt sicherlich nicht umbemerkt. Und er sollte sich auskennen mit der Frage, wo fotografiert werden darf und wo nicht. Schließlich hat nicht jeder Fotograf so viel Glück wie John Gossage, der bei seiner Arbeit in Kalorama unbehelligt blieb. Denn es gibt sie tatsächlich, die Sperrzonen des öffentlichen Blickes, die Blindflecken in der fotografischen Registrierung unserer Umgebung. Wie in Amerika, so auch in Deutschland. Nicht immer ist es ein “Fotografieren verboten”-Schild, das den Fotografen am Auslösen seiner Kamera hindert. Doch das Auge des Betrachters wird, von der Öffentlichkeit oftmals unbemerkt, durch gesetzliche Regelungen gelenkt. Nicht nur für Fotografen, egal ob beruflich oder privat, ist es daher bedeutend, die wichtigsten gesetzlich geregelten Bestimmungen zu kennen.

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09.03.2012   unkommentiert

Erstmals in Europa: John Gossage ‘The Thirty-Two Inch Ruler’ und ‘Map of Babylon’ im Sprengel Museum Hannover

 

L›History Books‹ nennt der 1946 in New York geborene John Gossage seine fotografischen Bücher. In Europa sind es vor allem jene über Berlin zu Zeiten des Kalten Krieges (Stadt des Schwarz. City of Black, 1987, und Berlin in the Time of the Wall, 2004), über die Grenze zwischen den USA und Mexiko (There and Gone, 1997), über die Industrie in Venedig (The Romance Industry, 1998) und das kürzlich neu aufgelegte Werk The Pond (1985 / 2010), die John Gossage bekannt gemacht haben.

Das Sprengel Museum Hannover zeigt in der dritten Einzelausstellung des Fotografen in diesem Haus nun erstmals in Europa Arbeiten aus den Serien The Thirty- Two Inch Ruler und Map of Babylon. Eine Publikation, die beide Serien vorstellt, erschien 2010 im Verlag Steidl.

John Gossage: Ohne Titel, aus: The Thirty-Two Inch Ruler (2008)

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Annette Völckner gefällt dieser Artikel

17.02.2012   Kommentare deaktiviert

John Gossage ab dem 21. Februar im Sprengel Museum Hannover

 

Am 21. Februar 2012 eröffnet im Sprengel Museum Hannover im Raum für Fotografie die Ausstellung ‘John Gossage. The Thirty-Two Inch Ruler / Map of Babylon’. Um 18.30 Uhr führt die Kuratorin Inka Schube in die Ausstellung ein. Im Anschluss daran findet im Auditorium ein in englischer Sprache geführtes Gespräch mit dem Künstler statt. Noch bis zum 17. Juni 2012 sind die Werke des amerikanischen Fotografen dann im Sprengel Museum Hannover zu sehen.

Wer sich vorab schon einmal mit der Fotografie Gossages beschäftigen möchte, und vielleicht kürzlich Gossages Serie ‘The Pond’ (1985) während der Ausstellung PHOTOGRAPHY CALLING! im Sprengel Museum Hannover gesehen hat, dem sei folgendes Gespräch zwischen dem Fotografen und Toby Jurovics, Kurator am Smithsonian American Art Museum, empfohlen:

‘A Conversation with John Gossage – Smithsonian American Art Museum’.

Ab dem 21. Februar 2012 im Sprengel Museum Hannover: John Gossage: 'The Thirty-Two Inch Ruler' (2008)

Ab dem 21. Februar 2012 im Sprengel Museum Hannover: John Gossage: 'The Thirty-Two Inch Ruler' (2008)

Annette Völckner, Johanna Saxen gefällt dieser Artikel

05.02.2012   unkommentiert

Boris Mikhailov: Kommender Preisträger des ‘SPECTRUM’ Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen

 

Am 9. Januar 2012 lud das Sprengel Museum Hannover zu einem Pressefrühstück anlässlich der Vorstellung des kommenden Preisträgers des ‘SPECTRUM’ Internationaler Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen ein.

Der von der Jury nach einer rekordverdächtig kurzen und einmütigen Sitzung bestimmte kommende Preisträger, der ukrainische Fotograf Boris Mikhailov, kam mit seiner Frau und Arbeitspartnerin Vita Mikhailov nach Hannover. Er nahm die Gratulation von Dietrich H. Hoppenstedt, Präsident der Stiftung Niedersachsen, entgegen, dankte in sehr persönlichen Worten für die Ehrung und beantwortete Fragen der Presse. Boris Mikhailov stellte exklusiv in diesem Kreis eine Arbeit vor, die noch im Werden begriffen ist und die sich mit den 1950er-Jahren in der UdSSR, den Jugendjahren des Fotografen, beschäftigt: “Ist es möglich, die Vergangenheit zu fotografieren? … Es gibt keine Bilder für das, was damals geschah. Zum Beispiel in einem wissenschaftlichen Institut, unter ständiger Beobachtung des KGB [Geheimdienst der UdSSR]. …  Ist es möglich, diese Lücke im visuellen Gedächtnis zu füllen?” Henning Queren, Neue Presse Hannover, fragte den fotografierenden Chronisten des Zerfalls der UdSSR und seiner Folgen, was denn der Welt verloren gegangen sei mit dem Ende der Sowjetunion. „Opposition” antwortete Mikhailov nach kurzem Überlegen.

Pressekonferenz im Sprengel Museum Hannover mit Boris Mikhailov

Boris Mikhailov während der Pressekonferenz im Sprengel Museum Hannover

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29.01.2012   unkommentiert